Ruderclub-Süderelbe
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Regatta Bremen 2010


von Mia Meyer

(Es waren dabei: Lara, Guido, Mia, Svenja, Sophie, Paula, Neele)

8. Mai 2010: Und auf geht’s nach Bremen! Eine der Regatten, auf denen man seine Saisongegner kennen- und besiegen lernt.
Wir, die Leistungssportabteilung des Ruderclubs Süderelbe, hatten bereits am Freitag unsere Boote abgeriggert und verladen, sodass Markus mit dem beladenen Hänger Samstagmorgen am Bahnhof vorfahren konnte. Allerdings waren wir nicht alle vollständig vertreten. Neele und Sophie starteten im Achter und im Zweier ohne Steuermann auf einer internationalen Regatta in München.
Also fuhr „Süderelbe“ diesmal mit einer recht überschaubaren Gruppe los. Das Ziel war die „103. Grosse Ruderregatta“ des Bremer Sportvereins. Ich war schon auf der Fahrt sehr aufgeregt, da die Regatta in Bremen, das erste große Gegenübertreten mit einem Großteil der stärksten Konkurrenten in ganz Deutschland bedeutet.
Am Werdersee angekommen machten wir unsere Boote startklar und ich war die Erste, die sich auf ihr Rennen vorbereiten musste. Nach dem üblichen Ablauf (Startnummer kaufen, Rennbesprechung mit dem Trainer, mentale Vorbereitung, Warmlaufen) ging es endlich aufs Wasser. Es war ein bewölkter und kühler Tag doch die Regattabedingungen waren optimal: glattes Wasser und kaum Wind. Nach den erste Schlägen war dann auch die Aufregung vergessen und ich freute mich, den Schwergewichten mal ein bisschen „Dampf unterm Hintern“ zu machen. Ich hatte eine Gegnerin, die mich zunächst etwas beunruhigte, doch nach dem Startspurt konnte ich sie zum Glück hinter mir lassen. Als ich durchs Ziel kam, war die erste Goldmedaille für dieses Wochenende geholt. Und diese Fahrt zum Siegersteg sollte nicht die letzte gewesen sein.
Außerdem fuhr ich am Samstag noch als Ersatzfrau im ersten hamburger Doppelvierer der B-Juniorinnen mit. Eine der Ruderinnen konnte dieses Wochenende nicht an der Regatta teilnehmen und so sprang ich für sie ein und gab mein Bestes um den Mädchen ein guter Ersatz zu sein. Es machte mir großen Spaß nach langen Einerfahrten mal wieder im Mannschaftsboot zu sitzen. Man ist nicht ganz so aufgeregt vor dem Rennen, weil man Leute um sich hat, die einen in einer gewissen Art und Weise beruhigen. Unsere Steuerfrau motivierte uns und wir waren heiß darauf trotz drei Leichtgewichten im Boot die anderen zu besiegen. Nach dem Startspurt lagen wir schon im vorderen Feld. Nach einigen Zwischenspurts war es uns gelungen die anderen einzuholen und so ruderten wir mit langen, kräftigen Schlägen als die Ersten über die Ziellinie. Ich durfte mir an diesem Tag zum zweiten Mal eine Goldmedaille abholen. Dafür lief unser Viererrennen am Sonntag nicht ganz so gut. Uns war von vornerein klar, dass dieses Rennen sehr schwer zu gewinnen sein würde, da wir nun neue Gegner hatten, die am vorigen Tag in einer anderen Abteilung gefahren waren. Wir erruderten uns einen sehr knappen dritten Platz. Wir kamen nur wenige hundertstel Sekunden nach den Zweiten durchs Ziel. Das war sehr ärgerlich, aber leider nicht mehr rückgängig zu machen.
Mein Einerrennen lief dafür am Sonntag sehr gut. Ich startete bei den zwei Jahre älteren leichten A-Juniorinnen, um mich mit erfahrenen und und schnelleren Konkurrentinnen zu messen. Ich kannte meine Gegner nicht und wusste nicht was mich erwarten würde. Nach den ersten hundert Metern war allerdings klar, dass ich mich auf einer der ersten Positionen einfinden würde. Ich lieferte mir über die Hälfte der Strecke einen Zweikampf mit einer Gegnerin vom „Hamburger Ruderrinnenclub“. Als sie jedoch an der Bojenkette hängen blieb erkannte ich meine Chance und setzte einen Zehnerspurt, so konnte ich sie einholen und siegte über 1500m mit der schnellsten Zeit insgesamt.
Auch Lara fuhr an diesem Wochenende Einer und Doppelvierer. Am Samstag wurde sie im Einer in ihrer Abteilung Vierte. Damit war sie leider nicht so zufrieden und gab dafür am Sonntag alles, um sich und anderen zu beweisen, dass es auch anders geht. Mit durchdachter Taktik und einer großen Portion Ehrgeiz ging sie an den Start, als wir schon dabei waren den Hänger für die Heimfahrt klar zu machen. Sie setzte sich vom Feld ab und konnte sich ihre Konkurrentinnen nun von hinten ansehen. Sie gewann ihre Abteilung, obwohl sie bereits einen langen, kühlen Tag und ein anstrengendes Viererrennen hinter ich hatte. Lara sitzt im zweiten hamburger Doppelvierer. Hier war ihr Erfolg genauso eingeteilt wie auch im Einer. Am Samstag sah es für die Mädels, die erst seit wenigen Wochen zusammen trainieren nicht ganz so gut aus, doch am Sonntag trumpften sie mit bemerkenswerten Leistungen. Das lag sicherlich an der leckeren Pizza am Samstagabend und an der geselligen aber entspannten Turnhallenübernachtung.
Lara und ihre Truppe wurden am Samstag in der zweiten Leistungsklasse dritte aus ihrer Abteilung und fünfte im gesamten Rennen. Enttäuscht legten sie wieder an. Sie hatten sich eine bessere Platzierung erhofft und befürchteten, dass sich ihr Trainer nun gegen einen Antritt auf der Deutschen Meisterschaft im Juni entscheiden würde. Doch um dem entgegen zu wirken, kämpften sie am Sonntag umso stärker für ihr Boot. Teamgeist und ihr Wille siegten. Sie erruderten einen zweiten Platz im gesamten Rennen. Nun stand ihnen noch die Regatta Köln bevor und dann würde sich entscheiden, ob sie an der DJM teilnehmen dürfen. Ich wünsche es ihnen so sehr. Denn sie arbeiten hart an sich und haben Spaß an der Sache.
Auf unseren Riemer können wir auch sehr stolz sein. Guido erzielte an diesem Wochenende gleich drei Mal einen zweiten Platz. Doch das bedeutet nicht, dass keine Steigerung zu erkennen war. Am Samstag wurde er mit seinem Zweier-ohne-Steuermann-Partner Tim im gesamten Rennen fünfter und am Sonntag waren sie schon das drittschnellste Boot insgesamt. Außerdem fuhr Guido, liebevoll genannt „Gisela“, auch im hamburger Achter mit. Dort saß er auf Übernahme, also einen Platz hinter dem Schlagmann und brachte die Kiste kräftig geschoben durch das Ziel. Sie versuchten im Endspurt noch den ersten Achter einzuholen, doch es gelang ihnen leider nicht. Die trotzdem gute Position ist zu einem großen Teil auf Guido zurück zu führen. Das Rennen hat mich gefesselt, denn es war spannend zu beobachten.
Auch für Svenja gab es an diesem Maiwochenende ausschließlich gute Platzierungen. Sie gewann den leichten Seniorfrauen B Einer am Sonntag souverän und durch gute Vorbereitung in 6 Minuten und 37 Sekunden. Sie fuhr auch bei den schweren Frauen im Einer mit und wurde dort zwei Mal Dritte. In einem weiteren Leichtgewichtsrennen ruderte sie auf Position zwei durch das Ziel. Aufgrund dieser guten Werte verbringt sie das nächste Wochenende in Duisburg, wo es um ein Ticket für die zweite Ranglistenregatta geht, und damit auch um die Chancen, ihr Ziel Studenten-, Europa- oder Weltmeisterschaft zu verwirklichen.
Außerdem hatten wir noch Paula dabei, die mit ihrer Doppelzweierpartnerin aus Bergedorf fahren sollte. Sie mussten leider als Schwergewichte starten, weil sie ein bisschen zu schwer waren und somit die maximale Gewichtsgrenze überschritten. Sams und Paula trainieren schon seit dem Trainingslager zusammen und man erkennt bei den beiden von Rennen zu Rennen eine kleine Steigerung. Bei den Schweren erreichten sie Rang vier mit einer Zeit von 6 Minuten und 29 Sekunden. Paula fuhr am Sonntag auch im leichten A-Juniorinnen-Rennen. Dort fuhren wir gegeneinander. Da sie in den letzten Trainingseinheiten hauptsächlich im Doppelzweier trainiert hatte, musste sie sich mit einem letzten Platz geschlagen geben. Doch das bedeutet, dass es nur noch aufwärts gehen kann.

Abschließend behaupte ich, dass der Ruderclub Süderelbe sich in dieser Saison im Großem und Ganzen auf einem hohem qualitiven Niveau begibt und somit hoffentlich noch die ein oder andere Goldmedaille errudert werden kann.

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